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Enteneier brüten – mit und ohne Brutapparat

  • by Anatoli Bauer
Enteneier brüten - mit und ohne Brutapparat

Nachwuchs im Entengehege – immer wieder schön. Um für Entenküken zu sorgen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Naturbrut mittels Glucke oder Kunstbrut mit einem Brutautomat.

Am einfachsten ist es für Sie – und auch für die Küken, wenn sich eine Entenmama von sich aus für das Brüten entscheidet. Nicht alle Entenarten sind dazu bereit, im Laufe der Züchtungen geht dieser natürliche Trieb nicht selten verloren. Dennoch können Sie einen Versuch wagen. Gerade bei der Brut der eigenen Eier steht dann ja nur der Verlust derselbigen im Raum und kein weiterer finanzieller oder sachlicher „Schaden“.

Naturbrut:

Um eine Naturbrut gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Enten ausgewogen ist. Hierfür sollte ein Erpel maximal etwa 5 bis 10 Entendamen um sich haben. Somit kann auch eine ausreichende Befruchtung gegeben werden.

Auf gutes Futter und ausreichend frisches Wasser bzw. auch eine Gelegenheit zum Baden (z.B. kleines Wasserloch, gefüllter Gartenteich) sollte bei der Entenhaltung immer geachtet werden, ist aber im Zuge der Nachwuchszeugung besonders wichtig. Auf Spezialfutter kann jedoch verzichtet werden.

Eier sollten nicht mehr abgenommen werden, gerade wenn bemerkt wird, dass eine Ente diese „sammelt“, d.h. nebeneinander legt, vielleicht sogar die Eier anderer Enten „klaut“ und diese mit ihren eigenen in ein Nest legt.

Setzt die Ente sich, gilt es erst einmal abzuwarten. Nicht allen Enten ist die Geduld gegeben, wirklich etwa 23 Tage zu brüten. Es kann durchaus sein, dass die Ente irgendwann das Nest verlässt und dann die Eier angebrütet zurücklässt und selbst nicht mehr weiter brütet. Dann sollten Sie die Eier verwerfen oder mit einem Brutautomat zu Ende brüten, sofern dies möglich ist.

Mindestens einmal am Tag wird die Ente jedoch regulär kurz das Nest verlassen, sich die Beine etwas vertreten, ihre Notdurft verrichten, Trinken und Fressen. In dieser Zeit kühlen die Eier nicht dramatisch aus, sondern es ist von der Natur mit einkalkuliert und gefährdet keineswegs die Brut.

Zwischen dem 8. und 12. Tag beginnt die Ente zu sortieren. D.h. sie wird vielleicht einige Eier aus dem Nest „entsorgen“. Dies sind Eier, die die Ente als nicht befruchtet wahrnimmt, oder auch, weil es ihr zu viele sind. Obwohl sie während der Brut normalerweise keine neuen Eier mehr legt, kann es trotzdem sein, dass ihr das Nest zu groß wird und sie daher einige verwirft. Ist es möglich, können Sie diese mit einer Brutlampe schieren um so festzustellen, ob sich ein Küken bereits darin entwickelt hat und gegebenenfalls das Ei einer anderen Glucke unterjubeln zum Fertigbrüten oder in einen Brutapparat geben.

Sind die ersten Küken geschlüpft, kann es leider auch passieren, dass die Ente nicht fertigbrütet, und die letzten Küken während des Schlüpfens verenden. Hier können Sie auch nachhelfen, indem Sie diese Eier entnehmen, aber generell sollte für die Glucke das Schlüpfen der Küken störungsfrei verlaufen und Sie sich zurückziehen. Je mehr sich die Ente selbst darum kümmert, desto besser die Überlebenschancen der Küken und umso erfolgreicher laufen künftige Brutprozesse ab.

Automatenbrut:

Entscheiden Sie sich für eine Automatenbrut, ist es wichtig, die Eier über Tage hinweg zu sammeln und diese auf ihre Sauberkeit zu überprüfen. Auf ein Reinigen der Eier mittels Wasser oder sogar Reinigungsmittel sollte verzichtet werden, da bereits kleinste Partikel durch die Schale dringen könnten. Schmutz, z.B. Kot könnte im Zuge des Brütens Infektionen etc. verursachen und die Küken bereits im Ei verenden lassen.

Die Eier sollten bei Zimmertemperatur gelagert und mehrfach am Tag gewendet werden.
Je nach Hersteller muss der Brutapparat bis zu 24 Stunden ohne Eier hochheizen und sich „Einlaufen“, dabei ist bereits darauf zu achten, dass sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit im Apparat relativ stabil bleiben.
Dann werden die Eier hineingegeben. Als einfachste Möglichkeit haben sich hier Brutapparate mit einer Wendehorde erwiesen, da so das Wenden der Eier während der Brut automatisch abläuft und Sie nicht in die Brut eingreifen müssen.
Sie sollten täglich Temperatur (etwa 37,5 °C) und Luftfeuchtigkeit (etwa 60 – 70 %) überprüfen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, sollte Wasser nachgegeben werden.

Am 10. Bruttag kann mittels einer Schierlampe kontrolliert werden, ob die Eier befruchtet waren und ob sich ein Embryo darin befindet. Leere, unbefruchtete Eier oder Embryos mit Blutrand (abgestorben) sollten entsorgt werden.
Bei der Automatenbrut werden die Enteneier auch innerhalb von etwa 23 Tagen ausgebrütet. Etwa am 18. Tag sollte die Wendehorde entfernt werden und die Eier in den Automaten gelegt werden. Dann wird die Luftfeuchtigkeit auf etwa 80 – 85% gesteigert, um den Küken somit das Schlüpfen zu erleichtern, weil die Eierschale etwas aufweicht.

Nach und nach schlüpfen die Entenküken. Dies kann mehrere Stunden oder gar Tage dauern. Dabei sollten die Küken führ mehrere Stunden im Automat belassen werden und erst dann in ein beheiztes Kükengehege umziehen.

Der Natur auf der Spur, ob mit Natur- oder Automatenbrut, immer wieder ein Erlebnis für jedermann.

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