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Fichte & Tanne – was ist der Unterschied?

  • by Anatoli Bauer
Tanne

Woran erkennen Laien den Unterschied zwischen Tannen und Fichten?

An Weihnachten steht sie in manchen Haushalten: Die Tanne. Einige haben sie auch im Garten stehen, doch bei näherer Betrachtung weist sie Unterschiede zum bekannten Baum der Winterzeit auf. Wenn sich die Tanne als Fichte entpuppt, ist das Rätselraten groß. Nicht immer ist für den Laien sofort zu erkennen, worin sich die beiden Pflanzenarten tatsächlich unterscheiden. Fest steht für alle nur, dass es sich sowohl bei der Fichte als auch bei der Tanne um sogenannte Nadelbäume handelt, die bereits seit Jahrmillionen auf unserem Planeten existieren und wahrscheinlich sogar zur Zeit der Dinosaurier wuchsen.

Abies, so lautet der wissenschaftliche Name der Tanne. Sie zählen zu den Pinaceae, die Familie der Kieferngewächse und zur Ordnung der Koniferen. Im Gegensatz zu einigen Laubbäumen besitzen Tannen einen geradlinigen Stamm. Tannen spielen in Wäldern eine dominante Rolle und sind selten als kleine Gewächse vorzufinden, es sei denn sie wurden gerade neu gepflanzt. Sogenannte Baumschulen von Tannen kommen etwa dann zum Einsatz, wenn eine Entnahme von Bäumen erfolgte.

Tannen zählen Europa zu den größten Nadelbäumen überhaupt

Wenn Tannen in Wäldern erspäht werden, die lediglich einige Meter hoch sind, dürfen sich Beobachter wundern, denn normalerweise überragen sie andere Bäume bei weitem. Höhen von 50 Metern oder gar über 70 Meter erreichen Tannen vor allem in Waldgebieten, die weniger stark abgeholzt werden. Solche ursprünglichen Zonen in Europa führen dazu, dass die Tanne in unseren Breitengraden als der größte Baum gilt. Sie ziehen sich Nährstoffe aus den tiefsten Bereichen des Waldbodens, denn sie gelten als sogenannte Pfahlwurzler. Dies bedeutet, dass ihre Wurzeln sich den Weg in die Tiefe suchen und weniger in die Breite, weshalb die Tanne auch ein hervorragender Nadelbaum für manch einen Garten darstellt.

Tanne

Tanne

Die Unterschiede als Flach- und Breitwurzler zeigen sich im Verborgenen

Fichten bilden im Gegenzug flache Wurzeln, die große Gebiete des Erdreiches überziehen, weshalb Gartenbesitzer sie im Idealfall nicht in die Nähe des Hauses oder von Straßen pflanzen. Bereits nach wenigen Jahren erreichen ihre Wurzeln einen immensen Umfang und besitzen die Kraft Mauerwerk zu spalten oder Straßenbelag anzuheben. Beide Nadelbäume besitzen in ihrem Wuchs somit Vor- und Nachteile. Dort wo die Tanne darauf angewiesen ist ihre Nährstoffe im Untergrund zu suchen, breitet sich die Fichte aus und gelangt somit auch an Nährstoffe umliegender Areale. Außerdem kann sie gleichfalls von anderen Gewächsen profitieren und schneller an Feuchtigkeit gelangen. Außer in Ausnahmen werden Fichten selten so groß wie manche europäische Tannen. Von ihrem kegelförmigen Wuchs nach oben unterscheiden sich beide kaum. Tannen erzielen allerdings einen Stammdurchmesser in Rekordbäumen von bis zu vier Metern, die Fichte hingegen besitzt meist einen Durchmesser von gerade einmal einem bis zwei Meter.

Verschiedene Strukturen der Rinde

Bei näherer Betrachtung ist das erste offensichtliche Anzeichen eines Unterschieds von Fichte und Tanne insbesondere der Aufbau des Stamms. Eine Tanne besitzt meistens einen vergleichsweise glatten Stamm. Erst im Zuge ihres Wachstums spaltetet sich die Rinde leicht auf und wird später rissig. Die Fichte hingegen weist früh bereits einen schuppigen Stamm auf. Dennoch handelt es sich hierbei um optische Merkmale, die viel mehr von Experten sofort erkannt werden. Hingegen können unerfahrene Beobachter anhand der Zapfen leichter feststellen, um welchen Nadelbaum es sich nun genau handelt.

Fichte

Fichte

Deshalb lässt sich eine Fichte anhand ihrer Zapfen einfach von einer Tanne unterscheiden

Bei einer Fichte hängen die Zapfen Richtung Boden. Die Tanne hingegen besitzt aufrecht stehende Zapfen, was eine leichte Unterscheidung zulässt. Damit sie ihren Samen verteilt, wirft sie die Zapfen allerdings nicht ab, sondern öffnet sie. Ganz im Gegensatz zur Fichte, deren Zapfen auf den Boden fallen und dort durch Tiere oder durch die Witterung verteilt werden. Auch die Nadeln weisen bei näherer Untersuchung kleine Unterschiede auf, denn Fichtennadeln sind am Ende spitz zulaufend und generell rund strukturiert. Anders bei der Tanne, die mit flachen Nadeln überzeugen kann. Fichtennadeln sind hart und nicht selten stechen sie, jedoch in ungefährlicher Weise, auf der Haut. Tannennadeln wiederum fühlen sich deutlich weicher an. Seitlich angeordnet wachsen sie nach außen an den Zweig weg. Nadeln der Fichte bilden kleine Spiralformen.

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