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Goldfisch im Glas halten – ist das artgerecht?

Goldfisch im Glas halten - ist das artgerecht

Viele Menschen lieben Fische und halten sie gerne. Und auch Menschen mit wenig Wissen über Aquaristik wissen um das Goldfischglas und die Goldfische gut Bescheid, ist er doch der bekannteste Fisch von allen. Aber ist die Haltung eines Goldfisches in einem solchen Glas überhaupt Artgerecht? Sollte man das tun?

Viele Menschen lieben Fische und halten sie gerne. Und auch Menschen mit wenig Wissen über Aquaristik wissen um das Goldfischglas und die Goldfische gut Bescheid, ist er doch der bekannteste Fisch von allen. Aber ist die Haltung eines Goldfisches in einem solchen Glas überhaupt Artgerecht? Sollte man das tun?

Der Goldfisch

Der Goldfisch gehört zu den bekanntesten aller Fische. Sehr wahrscheinlich ist er der bekannteste Fisch überhaupt und kann sich vielleicht noch mit dem Weißen Hai und dem Piranha messen. Aber der Goldfisch ist ein sehr netter Zeitgenosse und daher seit Jahrhunderten sehr beliebt, um als Haustier gehalten zu werden. Und gehalten wurde er allzu oft in kleinen Gläschen, die man Goldfischglas nannte und noch immer werden sie darin fast schon ausgestellt oder bloßgestellt. Warum ist das so?

Das Goldfischglas

Ein Goldfischglas ist ein kugelförmiges Aquarium, das etwa 15 Liter fasst und 30 cm im Durschnitt breit sein kann. Es ist bequem auf einen Tisch zu stellen oder in ein Regal und man kann es auch recht problemlos hin und her tragen. Das ist wohl einer der Gründe, warum man sich lange für ein solches Behältnis entschieden hat.

Warum ist es nicht artgerecht?

Man kann ganz klar sagen, dass die Haltung eines Goldfisches nicht artgerecht ist, wenn sie in einem Behältnis wie einem Goldfischglas erfolgt. Und es gibt mehrere Gründe dafür.

Der erste Grund ist, dass man in einem solch kleinen Behältnis nichts unterbringen kann, was dem Fisch als Versteck dienen könnte. Doch das ist absolut erforderlich, damit sich das Tier wohlfühlt und nicht unnötig dem Stress ausgesetzt wird, den es nun mal empfindet, wenn außerhalb des Aquariums etwas vor sich geht.

In einem Goldfischglas kann das Wasser schnell instabil werden und das hat auch aufgrund der geringen Wassermenge schnell Auswirkungen. Bei einem größeren Aquarium würde das Wasser eine höhere Stabilität aufweisen.

Das Wasser muss täglich gewechselt werden und das erfordert eine hohe Anforderung für den Fisch. Jeden Tag muss her herausgeholt, in einen anderen Behälter gesetzt werden, das Wasser muss gewechselt werden und dann muss der Fisch sich wieder zurechtfinden.

Der Fisch fühlt sich auch nicht sonderlich heimisch, weil er kein Territorium erkennen kann. Woran soll er das auch festmachen? Der Glaube, dass Goldfische nur ein Gedächtnis von 3 Sekunden haben, ist falsch und erblickte wahrscheinlich das Licht der Welt, als man Goldfischgläser erklären wollte.

Die Wasseroberfläche ist klein und im Verhältnis zum Volumen des Behälters erfolgt nur ein geringer Gasaustausch. Zu gering, als es notwendig wäre, denn auch ein Fisch lebt von Sauerstoff.

Ein kleiner Behälter ist zu klein, um mehr als ein Tier darin unterbringen zu können. Und selbst für eines ist es schon zu klein. Aber würde man das tun, dann vereinsamt der Fisch. Denn auch viele Fischarten sind sehr soziale Tiere und teilweise sind sogar Freundschaften und Sympathien unter verschiedenen Fisch-Individuen vermerkt. Einen sozialen Fisch also alleine zu halten, ist das genaue Gegenteil von artgerecht. Nicht umsonst spricht man von Fischschwärmen.

Der Fisch hat überhaupt keine Bewegungsfreiheit. Wenn er Glück hat, kann er im Kreis schwimmen und das auch nur, um sich selbst im Spiegelbild oder seine eigene Schwanzflosse zu sehen. Das ist nicht gesund und jeder Mensch sollte das nachvollziehen können. Fische wollen Schwimmen, wollen aktiv sein. Sicher nicht alle Arten, denn einige lauern auch gerne, aber der Goldfisch will auf jeden Fall schwimmen.

Rechtliches

In Deutschland ist es nicht verboten, auch wenn es eine Mindestgröße gibt. In Österreich zählt es allerdings als Tierquälerei.

Keine Freude für den Halter

Wer Freude an seinem Fisch (oder besser seinen Fischen) haben will, der sollte in ein größeres und komplexeres Aquarium mit mehreren Tieren investieren. Pflanzen und Steine und Wurzeln können als Verstecke dienen und dann folgt es auch einer artgerechten Haltung und dann hat man am meisten Spaß mit seinem Tier.

Informieren

Bevor man sich einen Fisch (oder sonst ein Tier) zulegt, sollte man sich informieren und sich strengstens bemühen, alle Anforderungen zu erfüllen. Vielleicht fängt man klein an, mit einem nicht sonderlich anspruchsvollem Tier und steigert sich dann. Aber die Bedürfnisse eines jeden Tieres müssen gewahrt sein, denn sonst disqualifiziert man sich als Tierhalter und hat auch keine Freude und nur ein schlechtes Gewissen.

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