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Kastenienbäume pflanzen, schneiden, ziehen & züchten – Anleitung

  • by Anatoli Bauer
Kastenienbäume pflanzen

Schon als Kind waren die Kastanien beliebte Bäume, mit deren Kastanien man gerne spielte. Hierbei handelt es sich allerdings um Kastanienbäume, die schon gut 100 Jahre alt sind. Wer heute eine Kastanie pflanzen möchte, benötigt dafür gut 1-2 Jahre und die ganze Pflanzung ist nicht vergleichbar mit der Pflanzung einer Tulpenzwiebel. Und bevor die Kastanie eine gewisse Größe erreicht hat, werden es höchstens die Kinder noch erleben.

Aus einer Kastanie einen Kastanienbaum zu ziehen, funktioniert nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Der Kastanienbaum ist bei seiner Unterbringung in der Erde ebenso anspruchsvoll wie der Mensch beim Essen. Nicht nur das die Bodenverhältnisse stimmen müssen, auch der Standort selbst ist entscheidend für einen optimalen Wuchs. Ebenso die Temperatur –und Lichtverhältnisse.

Da die Kastanie nicht so schnell wächst wie zum Beispiel ein Gummibaum und Jahre braucht, bis daraus ein stattlicher Baum wird, ist der Standort zur Straße, zum Haus und zum Nachbarn nicht ganz unwichtig, da es zum Beispiel im Nachbarschaftsrecht genaue Vorschriften gibt (Ordnungsamt einsehbar).

Was ist für den optimalen Standort wichtig?

  • Die Lage sollte sonnig bis halbschattig sein.
  • Der Standort darf nicht zu kalt und sollte auch windgeschützt sein.
  • Die Bodenbeschaffenheit muss aus nährstoffreicher, & tiefgründiger Erde bestehen.
  • Zwischen 5 und 6 liegt der beste pH-Wert

Anleitung zum Ziehen eines Kastanienbaumes

Gezogen werden die Kastanien aus gekeimten Samen. Die Arbeit ist recht zeitintensiv, aber am Ende kann sich das selber ziehen lohnen. Bedenken muss man jedoch, dass der gesammelte Samen nicht unbedingt der Kastanie entspricht, die sich der Hobby-Gärtner vorstellt, da die Samen nicht sortenrein sind. Das Ziehen einer sortenreinen Kastanie gelingt nur mit Setzlingen.

Bei der eigenen Aufzucht einer Kastanie müssen die Früchte zum Keimen gebracht werden. Wenn man die Chance eines eigenen Baumes nutzen möchte, auf dem man später einmal in einem Baumhaus sitzt, gelingt es am besten, wenn der Samen in einem Topf ausgesät wird. In diesem Fall keimt die Kastanie am besten und erhält gleichzeitig einen Wachstumsvorsprung, wenn die Zeit der Auspflanzung gekommen ist.

Damit der Kastanienbaum überhaupt erst einmal keimt, müssen vorher ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehören eine harte Schale sowie ein ausbleibender Kältereiz.

Um den Baum zum Keimen zu bringen, reicht es nicht, aus der Samenhülle einfach nur abzuschälen. Das erhöht die Verletzung der Keimwurzel. Zudem erstreckt sich die Samenwurzel häufig bis in den Embryo. Um den Kastanienbaum selbst zu ziehen, ist eine kontrollierte Vorbereitung erstrebenswert.

Wie bringt man die Kastanie zum Keimen?

  • Mit Sandpapier die Schale der Kastanie aufrauen.
  • Für 48 Stunden den Samen in kalklosem Wasser einweichen.
  • Eine Plastiktüte mit feuchtem Sand füllen.
  • Die Kastanien in die mit Sand gefüllte Plastiktüte eindrehen.
  • Für rund sechs Wochen die gefüllte Plastiktüte im Gemüsefach aufbewahren.
  • Den Sand in dieser Ruhephase immer feucht halten.

Gepflegt kontrollierte Kastanien keimen recht zuverlässig, wenn man sie in ein nährstoffarmes Substrat setzt. Während des Keimvorgangs sollten die Samen feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Einpflanzen der Keimlinge

Es werden nur drei Schritte benötigt, um die Kastanien nach dem Keimen mit ihren Samen in eigene Töpfe umzusiedeln:

  • Mit Kräutererde tiefe Anzuchttöpfe befüllen.
  • Keimenden Samen in einer 2 cm tiefen Mulde einsetzen.
  • Einen halbschattigen Platz suchen und mit kalkfreiem Wasser angießen.

Das Substrat sollte permanent leicht feucht gehalten werden. Die im ersten Jahr gebildete Pfahlwurzel erreicht eine Tiefe von 40 cm. Die ersten Laubblätter entwickeln sich dann parallel zu den Keimblättern.

Hat die Kastanie eine Wuchshöhe von 20 – 30 cm erreicht, sollten die Jungbäume alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger bekommen. Bilden sich in dem Topf zu viele Wurzeln, muss die Kastanie umgepflanzt/getopft werden. Auf jeden Fall muss eine Drainage in den Topf zur Verfügung stehen, da bei zu viel Feuchtigkeit Staunässe entsteht, welche zu einer Wurzelfäule führen kann und der Kastanie damit das Lebenslicht auslöscht.

Was passiert nach dem Keimen?

Im Inneren der Kastanie befindet sich ein Embryo. Dieser besteht aus zwei Keimblättchen. Wenn die Bedingungen optimal ausgelotet wurden, stoßen die Blättchen durch die Außenhülle, womit dann auch die Keimwurzel wächst. Wird die Kastanie im Kühlschrank gelagert, sollten die keimenden Samen regelmäßig aussortiert werden.

Was benötigt man für die Aufzucht eines Kastanienbaumes?

Um hier professionell vorzugehen, benötigt der Hobby-Gärtner:

  • Kastanien
  • Sägespäne
  • Kühlschrank
  • Handschuhe
  • Plastiktüten
  • Töpfe
  • Watte
  • Regenwasser
  • Schaufel/Spaten
  • Gießkanne
  • Dünger
  • Astschere

Der Kastanienbaum lässt sich unproblematisch aus seiner eigenen Frucht ziehen, da in der Frucht auch der Samen steckt. Um jetzt einen Baum zu züchten, muss man nur noch eine Kastanie einpflanzen.

Hier die Anleitung, damit es auch gelingt:

  • Die Kastanien dürfen nicht vertrocknet sein, da sie ansonsten nicht keimen.
  • Mehrere Kastanien aufsammeln.
  • Die Kastanien bis zu 4 Monate kühl lagern.
  • Die Kastanien sollten dann im Januar oder Februar keimen.
  • Stecke die Kastanien dazu mit Watte in einen Topf mit Wasser.
  • Abwarten, bis sich Wurzeln gebildet haben.
  • Jetzt die Kastanie in einen Topf mit Erde setzen.
  • Die daraus entstehenden Bäumchen sollten gepflanzt werden, sobald sich erste kleine Blätter zeigen. Dazu sollte in einem Abstand von 6 bis 8 Metern ausreichend große Löcher ausgehoben werden.
  • Jedes Bäumchen sollte in alle Richtungen über mindestens 10 m Platz verfügen.

Wenn alle Vorbereitungen entsprechend getroffen wurden, wird sich auch das Bäumchen in einen noch kleinen Kastanienbaum verwandeln. Damit der Kastanienbaum nun das Licht der Welt erblickt, ist der Herbst die optimale Zeit, um den Baum im Garten einzupflanzen.

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