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Kleine grüne Fliegen an Pflanzen richtig bekämpfen – Anleitung

  • by Anatoli Bauer
Kleine grüne Fliegen an Pflanzen richtig bekämpfen - Anleitung

Die Pflanzen kümmern und das Herz des Gartenfreundes trauert. Bei Schädlingsbefall darf man nicht lange zögern, sonst nimmt die Anzahl überhand und die Chancen die Pflanzen zu schützen sinken. Da heißt es natürlich rechtzeitig aktiv werden.

Zuerst müssen Sie den Schädling richtig identifizieren. Wer unter dem Begriff „kleine grüne Fliegen“ im Internet sucht, wird mehrere Ergebnisse erhalten. Deutschlandweit sind vor allem Zuckmücken, Florfliegen und Blattläuse verbreitet.

Zuckmücken, bis zu 14mm groß, zuckender Bewegungsturnus

Diese Mücken fühlen sich wie viele ihrer Artvertreter von stehenden Gewässern angezogen. Ihre Larven leben aquatisch, sodass strömungsloses Wasser zur Vermehrung benötigt wird. An Regentonnen sind daher oft kleine Schwärme der Netzflügler an zu treffen. Für das ökologische System sind sie als massenhafte Nahrungsquelle für Fische und Vögel relevant. Sie selbst ernähren sich von Nektar und Honigtau und leben nur wenige Tag als adulte Insekten. Als Schädling, der bekämpft werden muss, können sie daher nicht unbedingt betrachtet werden.

Florfliegen, bis zu 35mm groß, dämmerungs- und nachtaktiv

Dieses Insekt aus der Familie der Netzflügler erfreut sich großer Beliebtheit und kann sogar sehr leicht als Larve im Internet bestellt werden. Gemeinhin gilt die Larve der Florfliege als Nützling im heimischen Garten. Sie lebt räuberisch und vertilgt Milben und Blattläuse, was ihr auch den Namen „Blattlauslöwe“ einbrachte. Mit ihr ist eine umweltfreundliche Blattlausbekämpfung möglich, die auch im Freilandgewächshaus gut durchgeführt werden kann. Erfahrungsgemäß wird diese Methode der Blattlausbekämpfung von vielen Bio-Gärtnern auch im kommerziellen Sektor angewendet. Die Handhabung ist so einfach, dass jeder unerfahrene Gartenfreund frohen Mutes die Blattlauslöwen nutzen kann.

Grüne Blattläuse

Wenn ein klebriger Belag die zumeist jungen Blätter und Triebe überzieht schrillen instinktiv die Alarmglocken. Die meist nur wenige Millimeter großen Tierchen besiedeln in großen Kolonien die Wirtspflanze, stechen mit ihrem Saugrüssel ins Pflanzengewebe und rauben ihre zuckerhaltigen Säfte. Das Meiste scheiden die kleinen Insekten wieder aus, was im Grunde das größte Problem darstellt. Dieser Honigtau sorgt dafür, dass schadhafter Pilzbefall der Wirtspflanze eintritt. Der sogenannte Rußtaupilz ist in erster Linie unansehnlich, weil er das Grün mit dunklen Schimmel überzieht, greift die Pflanze an sich aber nicht unmittelbar an. Nur bei starkem Befall mit Rußtaupilz erlebt die Pflanze einen Nachteil; die Photosyntheserate sinkt, was die Pflanze wiederum schwächt. Allerdings verbreiten Blattläuse auch Pflanzenviren, die einer bereits geschwächten Pflanze natürlich ordentlich zusetzen können. Mit mehreren Arten von Schädlingen wird selbst die resistenteste Pflanze in Schwierigkeiten geraten. Wer also die Blattlausbekämpfung angeht, wird indirekt mehrere negative Faktoren angreifen.

Erschwerend bei Blattlausbefall ist der Fakt, dass diese kugelförmigen Insekten zu gern von Ameisen im Austausch für den Honigtau gegen Fressfeinde beschützt werden. Ameisen melken Blattläuse regelrecht und stellen sich Fressfeinden wie Marienkäfern entgegen. Es ist also gar nicht so einfach eine ökologische Bekämpfung vor zu nehmen. Wenn Sie biologisch wertvoll agieren möchten brauchen sie Ausdauer und ein gewissen Maß an Wissen über Zusammenhänge und Details.

Blattläusen natürlich vorbeugen

Vorweg sollten verschiedene Faktoren, die zu Blattlausbefall führen können, bekannt sein, denn vorbeugen ist besser als behandeln. Zum einen bietet ein mildes und trockenes Frühjahr ein erhöhtes Risiko für erhebliche Blattlausvermehrung, aber auch generell kann ein ungünstiger Standort mit Stickstoffüberdüngung ein Einfalltor für diese Schädlinge eröffnen. Mischkulturen mit ausreichender Nährstoffversorgung erschweren einen Befall mit Blattläusen. Idealerweise sind auch Kräuter wie Estragon, Salbei oder Rosmarin im Mischbeet vorhanden. Ihre ätherischen Öle werden von einigen Ameisenarten gemieden, sodass die Blattläuse auf ihren Schutz verzichten müssen und natürliche Fressfeinde ein leichtes Spiel haben.

Blattläuse biologisch bekämpfen

Eine ökologische Bekämpfung sollte nach Möglichkeit einer chemischen vorgezogen werden. Denn leider greifen die chemischen Mittel auch die guten Insekten an. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliegen sollten gern gesehene Gäste in ihrem Garten sein, wenn Sie Blattläuse möglichst natürlich bekämpfen wollen. Einfaches Totholz oder ein Insektenhotel unterstützen die Feinde einer jeden Blattlaus im Garten.

Wird der Befall frühzeitig festgestellt, sind auch manuelle Methoden anwendbar. Einzelne Triebe oder kleine Blätter können gekappt werden, sodass eine Ausbreitung auf der Pflanze verhindert wird. Absammeln oder mit einem Wasserstrahl abspritzen ist auch möglich. Der Bewegungsradius von Blattläusen ist auf ca. 30cm beschränkt, sodass eher verenden als dass sie eine andere Pflanze befallen.
Ist der Schädlingsbefall bereits zu weit fortgeschritten, sind vorerst nützlingsschonende Neem-Produkte empfehlenswert. Besonders bewährt haben sich auch Pflanzenschutzpflaster. Diese werden um die Triebe gelegt und sondern eine Substanz in die Pflanze ab, die dann wiederum die Blattläuse direkt angreift.

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