Skip to content
Home » Physik Lernmaterial » Nullleiter – welche Farbe? + das sollte man beachten

Nullleiter – welche Farbe? + das sollte man beachten

Nullleiter - welche Farbe

Und nur weil der stromführende Leiter fachmännisch am Fußkontakt angeschlossen wurde.

Bei der Elektrik im Haus also der sogenannten Hausinstallation gibt es einige Gefahren. Diese zu kennen und zu umgehen kann lebensrettend sein. Streng genommen darf kein Laie an elektrischen Anlagen arbeiten.
Es kommt aber immer wieder vor, dass einfache Elektroinstallationen selbst durchgeführt werden. Soll die Wohnung renoviert werden ist es zum Beispiel oft einfacher und ordentlicher die Lampen, Steckdosen und Schalter abzumontieren, anstatt drum herum zu streichen oder zu tapezieren.

Auch für den Austausch einer Deckenlampe wird eher selten der Elektriker gerufen.
Man sollte sich aber unbedingt mit den Sicherheitsregeln des VDE (Vereinigung Deutscher Elektriker) vertraut machen. Die sogenannten VDE Regeln sind Grundlage aller Arbeiten an der Hauselektrik!

Der Nullleiter ist blau

Leider hat jede Regel auch ihre Ausnahme. Bei neueren Installationen die von Fachpersonal durchgeführt wurden ist der Nullleiter, auch oft Neutralleiter genannt derjenige mit der blauen Isolation. Und der stromführende Leiter ist schwarz isoliert. Nur wie sicher ist es, dass die Installation auch fachgerecht durchgeführt wurde und die Farben nicht vertauscht wurden. Es gibt auch die Kombination blau / braun oder auch braun / schwarz. Dies kommt unter anderem in Elektrogeräten aus unterschiedlichen Ländern vor.
Außerdem kann in älteren Gebäuden der Nullleiter auch schwarz sein, allerdings ist dann der stromführende Leiter rot.
Sich rein auf die Farbe zu verlassen ist also keine optimale Lösung.

Die einzig sichere Methode herauszufinden welcher Leiter der Stromführende und welcher der Neutral- oder Nullleiter ist, ist die Spannung zu überprüfen. Einer der beiden Leiter hat gegenüber dem Potenzial Erde auch Schutzleiter genannt (grün – gelbe Isolierung) die bereitgestellte Spannung von etwa 230 Volt anliegen. Dieser ist demnach „stromführend“ und der andere eben der“ null“.
Beim Dreiphasenwechselstrom, umgangssprachlich auch Starkstrom oder Drehstrom genannt gibt es drei stromführende Leiter. Der blaue sollte kein Strom führen beziehungsweise an ihm sollte keine Spannung anliegen und kann dann somit eindeutig als Neutralleiter entlarvt werden.

Wechselspannung

Man könnte sich nun fragen, wie kann es sein dass ein Leiter stromführend ist beziehungsweise eine Spannung anliegt und der andere spannungsfrei ist, wo doch bei der hier üblichen Wechselspannung sich die Leiter abwechseln. Bei den 50 Herz die in Europa Standard sind geschieht dies tatsächlich 50 mal in der Sekunde. Allerdings nur wenn der Stromkreis geschlossen ist.
Das heißt bei einer freien Steckdose oder einer ausgeschalteten Lampe steht die Spannung nur auf einer Seite an.

Gefahrenquellen

Die Gefahr durch unsachgemäße Handhabung in lebensbedrohliche Situation zu geraten ist nicht zu unterschätzen. Es ist absolut zu empfehlen erforderliche Elektroarbeiten nur von Fachpersonal durchführen zu lassen.
Es sind oft nur Kleinigkeiten die aus Unkenntnis zur Gefahr werden.

Ein Beispiel ist der Polprüfer. Mit diesem Gerät kann nicht zweifelsfrei die Spannung festgestellt werden oder der Neutralleiter bestimmt werden. Zur Spannungsprüfung muss ein zwei poliges Messgerät, zum Beispiel ein Duspol verwendet werden.
Um zu überprüfen ob eine Steckdose spannungsfrei ist, ist es unerlässlich beide „Löcher“ gegeneinander zu messen. Dies ist mit einem einpoligen Gerät nicht möglich. Der Null- oder Neutralleiter hat gegenüber dem Schutzleiter, also dem „Metallbügel“ in der Steckdose kein Potenzial, heißt keine Spannung. In der Regel sollte er sich in der Steckdose rechts befinden. Denn die Wahrscheinlichkeit ist angeblich höher, dass Kinder oder Unachtsame die rechte Seite der Steckdose in den Fokus nehmen.
Die im Alltag wohl wichtigste Regel die es beim Nullleiter zu beachten gibt betrifft die Beleuchtung.

Eine Glühlampe ist immer nur bei ausgeschaltetem Licht zu wechseln. Es kann aber passieren, dass man nicht mehr weiß bei welcher Stellung des Schalters das Licht ein oder ausgeschaltet war. Daher gibt es eine einfache Regel. Das Gewinde der Glühlampe, sowie der Sockel in der Leuchte besitzen zwei Kontakte. Einer ist das Gewinde und der andere ist unten an der Spitze, der Fußkontakt.
Es ist also ratsam beim Anschluss der Leuchte den Fußkontakt mit dem stromführenden Leiter zu verbinden, denn dadurch ist der Neutralleiter oben an der Gewindeseite. Sollte also jemand beim Glühlampenwechsel dummerweise das Licht angeschaltet haben (es bleibt natürlich trotzdem dunkel), so dass Spannung anliegt und derjenige noch zusätzlich beim Lampe einschrauben aus Versehen das Gewinde berührt, geschieht im Nichts!

Und nur weil der stromführende Leiter fachmännisch am Fußkontakt angeschlossen wurde.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.