Reinerbig & mischerbig – was ist der Unterschied? Aufklärung

Die Begriffe reinerbig und mischerbig stammen aus dem Bereich der Genetik. Ein berühmter Vertreter der Vererbungslehre war Mendel. Er hat 1866 die sogenannten Mendelschen Gesetze definiert. Es geht dabei darum, wie Merkmale an die Nachkommen vererbt werden. Zudem können Prognosen erstellt werden, was die Ausprägung von Merkmalen in weiteren Generationen betrifft.

Grundlagen

Grundsätzlich muss man den Körper eines Lebewesens betrachten. Hier muss man wissen, dass der Körper aus einer Unmenge an Zellen besteht. Jede Zelle enthält wiederum einen Zellkern. In diesem befindet sich das sogenannte Erbgut, das Genom. Gemäß dem Erbgut entwickelt sich ein Lebewesen. Es enthält zudem die äußerlichen Merkmale. Ebenso ist hier festgelegt, welche Merkmale weitergegeben werden.

DNS, Chromosome und Gene

Die Erbinformationen eines Lebewesens befinden sich in der DNS. Hier liegen sie in verschlüsselter Form vor. Die Anordnung der DNS liegt in Strängen vor, die wiederum Spiralen bilden. Diese nennt man Doppelhelix. Wenn man mehrere Abschnitte dieses DNA-Strangs zusammenfasst, dann erhält man ein Gen. Hierin sind verschiedenste Erbinformationen enthalten. Nimmt man alle Gene einer Zelle, die sich auf einem Genfaden befinden, dann erhält man das Chromosom. Dieses ist aufgewickelt.

Weitere Begriffe der Genetik

Es gibt Chromosome, die keine Auswirkung auf das Geschlecht haben. Dies sind die sogenannten Autosome oder auch homologe Chromosome. Sie sind sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Aufbau und der Genreihenfolge gleich. Hat ein Chromosom jedoch einen Einfluss auf das Geschlecht, dann spricht man von einem Gonosom oder auch einem Heterosom. Heterosome unterscheiden sich geschlechtsspezifisch. Weibliche Heterosome enthalten XX, männliche hingegen XY. Die auf dem Chromosom liegenden Gene haben einen festen zugeordneten Platz, den Genort. Zudem enthalten Gene Informationen zu einzelnen Merkmalen. Diese nennt man Allele. Durch die Parallelität der Chromosenpaare und deren Genen gibt es auch Allelpaare. Deren Informationen bestimmen, ob eine Ausprägung gleich oder verschieden ist.

Reinerbig und mischerbig

Die Begriffe reinerbig und mischerbig werden auch als homozygot und heterozygot betitelt. Chromosomen treten wie bereits erwähnt immer paarweise auf. Somit gibt es auch immer mindestens zwei Geninformationen. Diese haben Einfluss auch die Ausprägung eines Merkmals. Die Informationen können gleich sein oder unterschiedlich. Wenn die Informationen gleich sind, dann spricht man von reinerbig oder homozygot. Dies bezieht sich immer auf das konkrete Merkmal. Sind die Informationen hingegen unterschiedlich, dann ist die Rede von mischerbig oder heterozygot.

Konkret gilt diese Vererbungslehre für diploide Organismen. Die Gene mit den Allelen werden bei der Paarung vererbt und übertragen. Dies bedeutet, dass ein Teil von der Mutter stammt und ein Teil vom Vater. Das neue Individuum erhält ein neues Genpaar, welches die entsprechenden Merkmale enthält. Diese können gleich oder unterschiedlich sein, wie zuvor beschrieben. Die Merkmale beziehen sich generell auf Ausprägungen wie die Augen- oder Haarfarbe oder auch die Blutgruppe.

Dominant-rezessiv

Im Zusammenhang mit der Vererbungslehre und den Begriffen reinerbig und mischerbig muss auch auf die Ausprägung dominant-rezessiv eingegangen wird. Wenn Farbmerkmale weitervererbt werden, dann können diese dominant sein. Dies bedeutet, sie setzen sich gegenüber dem anderen Merkmal durch.

Sie sind äußerlich sichtbar. Rezessive Merkmale hingegen setzen sich nur dann durch, wenn sie doppelt vererbt werden, also sowohl von dem Vater als auch von der Mutter weitergegeben werden. Ansonsten sind sie nicht sichtbar. Die Dominanz spielt bei der Mischerbigkeit eine Rolle.

Ist hier eines der Merkmale dominant, dann wird es sich durchsetzen. Ein rezessives Merkmal hingegen wird nicht in Erscheinung treten, da es unterdrückt wird. Rezessive Merkmale können demnach nur bei Reinerbigkeit auftreten, da sie hier von beiden Erbgutträgern weitergegeben werden. Dies bedeutet am Ende, dass bei einer Reinerbigkeit ein Merkmal nur dann weitergegeben werden kann, wenn es sich äußerlich zeigt. Bei der Mischerbigkeit hingegen ist es möglich, dass beide Merkmale weitergegeben werden. Es zeigen sich aber nur die Merkmale, die dominant sind.

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