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Warum ist man kitzelig? – einfache Erklärung

  • by Anatoli Bauer

Der Grad der Empfindlichkeit gegenüber Kitzeln ist von Person zu Person unterschiedlich. Die Stimmung, der betroffene Bereich und die Eigenschaften der Person, die eine Person kitzelt sind nur einige wichtige Aspekte, die das Kitzeln beeinflussen.

Gekitzelt zu werden kann je nach Person lustig, peinlich oder extrem unangenehm sein. Die Empfindlichkeit gegenüber Kitzeln ist weitreichend, und obwohl es eine nahezu universelle menschliche Erfahrung ist, verstehen Forscher diese Reaktion noch nicht vollständig. Es scheint nicht mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen oder körperlichen Eigenschaften verbunden zu sein, obwohl Menschen mit Nervenschäden oder reduzierter Schmerzempfindlichkeit nicht unbedingt kitzlig sind. Aber es gibt ein paar Erklärungen.

Reflex oder Schutz?

Es gibt zwei Arten von Kitzeln, deren Ursachen unterschiedlich sind. Die erste wird durch leichte Hautirritationen verursacht, wie wenn ein Insekt auf dem Arm tritt und es dazu bringt, mit den Händen darüber streichen zu wollen. Das zweite ist ein intensiveres Kitzeln, das bei wiederholter Berührung einer empfindlichen Körperstelle zum Lachen anregt.

Laut einigen Wissenschaftlern könnte dies eine Schutzreaktion sein, da die kitzligsten Teile auch die anfälligsten sind, wie Bauch und Rachen. Andere argumentieren, dass Kitzeln ein Reflex ist. Manche Menschen mögen es nicht, gekitzelt zu werden, aber es kann trotzdem einen Kicherreflex auslösen. Lachen ist jedoch nicht immer gleichbedeutend mit Vergnügen. Laut einer von Medical News Today zitierten Studie aus dem Jahr 2013 fanden Forscher heraus, dass ein Bereich des Gehirns, der mit unwillkürlichen Reaktionen verbunden ist, der Hypothalamus, aktiv ist, wenn Kitzeln Lachen erzeugt. Die Autoren bemerkten auch, dass das Gehirn Kitzeln als schmerzhafte Erfahrung verarbeiten kann. Das könnte erklären, warum manche Menschen davor zurückschrecken, gekitzelt zu werden. Auch andere Säugetiere, darunter Affen und Mäuse, zeigen Anzeichen von Kitzeln.

Warum sind manche Menschen kitzelig und mache nicht?

Forscher wissen nicht, warum manche Menschen kitzliger sind als andere. Der genetische Faktor wurde erwähnt, aber keine schlüssige Forschung hat es geschafft, diese Theorie zu stützen. Manche Menschen können nur an bestimmten Körperteilen kitzlig sein, wie z. B. an den Füßen, aber nicht an den Achseln. Andere Menschen sind berührungsempfindlicher, und diese Hautempfindlichkeit könnte eine Rolle bei der Kitzel spielen.

Aber im Allgemeinen ist man kitzliger, wenn man überraschend „angegriffen“ wird. Das könnte erklären, warum man sich nicht selbst kitzeln kann. Auch die Stimmung ist zu berücksichtigen: Traurigkeit, Angst oder Wut machen die Menschen viel unempfindlicher gegenüber Kitzeln. Schließlich ist auch die Person wichtig, die einen kitzelt. Eine vertraute Person wird wahrscheinlich eine stärkere Reaktion hervorrufen als ein Fremder.

Was drückt man beim kitzeln aus?

Kitzeln hat die Besonderheit, dass es bei manchen Menschen einen Kicheranfall und den unkontrollierbaren Drang hervorruft, sich zu winden, um ihm zu entkommen. Diese etwas seltsame Reaktion, Gargalesis genannt, ist tatsächlich ein alter Überlebensreflex, der einer Panik ziemlich nahe kommt. Nach einem Reiz senden die Nervenenden ein elektrisches Signal an einen Bereich des Gehirns, der die Produktion von Serotonin beeinflusst, diesem Neurotransmitter, der auf das zentrale Nervensystem einwirkt und verschiedene Aktionen auslöst, insbesondere bei der Regulierung bestimmter Verhaltensweisen wie der Stimmung oder Emotionalität.

Man fängt an zu lachen, weil der Bereich, der für die emotionalen Reaktionen verantwortlich ist, aktiviert wird. Durch eine genauere Analyse dieser Verhaltensweisen stellten die Wissenschaftler fest, dass das Kitzeln auch den Teil des Gehirns stimuliert, der sich mit Angst befasst. Lachen wäre also ein Abwehrmittel zwischen Lust und Schmerz.

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