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Warum sind Chloroplasten grün? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Chloroplasten gehören zu den wichtigsten Bestandteilen von Pflanzen, um Photosynthese betreiben zu können. Das sind Organellen, die in Pflanzen- und Algenzellen vorkommen. Organellen sind einfach feinstrukturelle Bestandteile einer Zelle, wie zum Beispiel Mitochondrien, Zellwände, Zellkerne oder Chloroplasten. Die Hauptaufgabe der Chloroplasten ist die Herstellung der Photosynthese.

Photosynthese – kurz erklärt

Pflanzen essen nicht wie wir Menschen. Wie wir wissen, braucht jedes Lebewesen Energie, um lebensnotwendige Funktionen ausführen zu können. Bei Tieren und Menschen wird diese Energie durch Nahrungszufuhr hergestellt, wichtige Enzyme werden gespalten und Nährstoffe in die richtigen Zellen weitergegeben. Nahrung ist also ein Baustein von Zellen und trägt zur Herstellung von lebenswichtigen Prozessen bei.

Pflanzen haben da ihr eigenes Prinzip. Sie sind ziemlich cool konstruierte Organismen – denn die Pflanze stellt ihr essen selbst her und als „Ausscheidung“, wie bei uns der Kot, produziert sie Sauerstoff. Ziemlich abgefahren, denn so tragen sie den wichtigsten Teil zu unserem Ökosystem bei. Ohne Sauerstoff könnten wir nämlich gar nicht existieren.

Pflanzen nehmen Licht, Wasser und CO2, also Kohlenstoffdioxid, auf und wandeln das in ihren Zellen zu Glucose und Sauerstoff um. Glucose ist eine mehrseitige Zuckerart, die in allen Pflanzen vorhanden ist. Deshalb schmecken sie leicht süßlich – uns und den Pflanzen dient diese Glucose als Nahrung.

Chloroplasten leiten sich ab aus dem griechischen „Chloros“, was „grün“ übersetzt heißt und „Plasmas“. Plasma stammt auch aus dem Griechischen und bedeutet „Gebilde, Geforme“.

Im Plasma einer Zelle, also im Gebilde, befinden sich viele Chloroplasten, die aussehen wie kleine, grüne Körner. Chloroplasten sind von einer doppelten Zellmembran umgeben, also einer Hülle, und in ihrem Inneren befindet sich eine farblose Flüssigkeit.

Die doppelte Zellmembran der Chloroplasten ist essentiell, denn in ihnen befindet sich das Erbgut, die DNA der Pflanzen.
Ohne diese könnten Pflanzen sich nicht vermehren.

Doch warum ist das Ganze grün?

Das liegt an dem in den Chloroplasten vorkommenden „Chlorophyll„, dem grünen Farbstoff, der in Pflanzen vorkommt.
Chlorophyll leitet sich auch wieder vom griechischen Wort „chloros“ ab, was hellgrün und frisch bedeutet.
„Phyllon“ heißt nichts anderes als „Blatt“.

Chlorophyll startet die Photosynthese. Das Chlorophyll nimmt Sonnenlicht auf und nutzt es, um die Reaktion zu starten. Im Chloroplast wird das aufgenommene Sonnenlicht in chemische Energie umgewandelt, zusammen mit Wasser und Kohlenstoffdioxid entsteht dann energiereicher Zucker und Sauerstoff.
Der Sauerstoff ist eigentlich das „Abfallprodukt“ der Pflanze, den sie durch Öffnungen an den Blättern an die Umgebung abgibt.
Somit leben Pflanzen und Lebewesen in einer Symbiose, also eine Zusammenarbeit. Denn für Lebewesen ist der von Pflanzen hergestellte Sauerstoff lebensnotwendig, und ohne die Ausscheidung von CO2, also Kohlenstoffdioxid, was beim Ausatmen entsteht, könnten Pflanzen keinen Zucker herstellen und somit auch nicht überleben. Ein ziemlich ausgeklügeltes System also.

Chloroplasten sind also deshalb grün, weil sie das in allen Pflanzenarten enthaltene Chlorophyll beinhalten, welches grüne Pigmente besitzt. Grün ist für uns sichtbar, da das Chlorophyll violettes, oranges, blaues und gelbes Licht absorbiert, also schluckt. Grünes Licht wird am Schwächsten absorbiert, weshalb es für uns am Sichtbarsten ist.

Blätter erscheinen also grün, da gerade dieses Licht zu unseren Augen dringt, anstatt von den Blättern geschluckt zu werden.

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