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Warum sind Frühblüher wichtig? – einfache Erklärung

Frühblüher im Garten und Wald: Kein ungewöhnliches Phänomen

Menschen erfreuen sich an Blumen in ihren Gärten und sind erstaunt, wenn diese früher blühen als gedacht. Es kann durchaus vorkommen, dass bereits im Februar oder März erste Blüten zu sehen sind, die womöglich sich sogar durch die noch existierende Schneedecke pressen. Das zunächst ungewöhnliche Bild ist jedoch von der Natur gewollt und nicht dem Klimawandel oder sonstigen Ereignissen geschuldet. Pflanzen, die bereits sehr früh anfangen zu blühen, werden auch als sogenannte Frühblüher bezeichnet. Die meisten Blumen, die bereits in den frühen Monaten des Jahres blühen, sind sogenannte Zwiebelblumen.

Frühblüher starten ihren Wuchs aus der Zwiebel heraus und bilden als erste Pflanzen im Jahr Blüten

Als Zwiebel eingepflanzt entwickeln sich rasche Triebe unter der Erde und dementsprechend früh auch erste Blüten. Zu ihnen zählen Tulpen, die bereits an Ostern in jedem Haushalt vorzufinden sind. Schneeglöckchen gehören ebenfalls zu den bekanntesten Vertretern unter den Frühblühern. Auch Narzissen können schon sehr früh um Jahr austreten und mit ihrer Blüte überraschen. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diese Pflanzen ist Frühlingsgeophyten. Auch können sie je nach Fachliteratur als Frühjahrswaldpflanzen bezeichnet werden. Damit sie wachsen können, benötigen sie trotzdem viel Licht, das jedoch auch im Januar und Februar auf den Boden gelangt, wenn auch weniger als im Sommer. Das Phänomen ist vor allem im Wald zu beobachten, deshalb sind sie auch als Frühjahrswaldpflanze bekannt. Auch im heimischen Garten lässt sich das frühe Wachsen und Blühen jedoch öfters beobachten.

Basis für Insekten: Ohne Frühblüher würde das gesamte System in etlichen Wäldern zusammenbrechen

Die Natur hat das frühe Wachstum fest in den Ablauf mancher Pflanzen integriert. Im Zuge der Evolution nutzten sie das verfügbare Licht immer dann, wenn die hoch liegenden Kronen der Laubbäume noch keine Blätter aufwiesen. Im Frühling etwa wäre es für viele Frühblüher zu spät, ihr Wachstum zu starten, da dann zu wenig Licht durch das nun geschlossene Blätterdach des Waldes auf den Boden vordringen würde. Daher nutzen Frühblüher selbst in kalten Momenten, unter Schneedecken oder in frostigen Böden das bereits verfügbare Sonnenlicht, dass dazu ausreicht selbst ein Blühen zu ermöglichen. Ihr Wachstum stoppt kurioserweise erst dann, wenn sich die Knospen der Waldbäume zu Blätter verwandeln und immer weniger Licht den Erdboden erreichen kann. Deshalb ist ihr Dasein dennoch nicht bedeutungslos. Als Frühblüher sind sie die ersten Pflanzen im Jahr, die eine Grundlage für das Ökosystem des Waldes, aber auch vieler Gärten bilden. Einmal ausgewachsen schützen sie eine Vielzahl von Insekten etwa vor Kälte und Nässe oder bieten einen Platz zur Eiablage. Anderen Tieren, wie Rehen oder Eichhörnchen, dienen sie als Nahrungsquelle.

Frühblüher sind eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Tieren

Da größere Pflanzen noch einige Monate benötigen, bis sie aus ihren Trieben neue Blätter sprießen, sind Waldbewohner auf einen Nahrungsersatz angewiesen. Diesen finden sie in Form der Frühblüher wieder. Insbesondere, wenn ein kalter Winter das Nahrungsangebot verkürzte, bieten die Frühblüher eine gute Lösung und Alternative der Nahrungsaufnahme. Somit unterstützen die früh blühenden Pflanzen nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna vieler Regionen. Interessanterweise profitieren die Frühblüher aber nicht von der typischen Fotosynthese, wie sie in herkömmlichen Pflanzen zu finden ist. Stattdessen beziehen sie ihre gesamte Energiereserve aus der Blumenzwiebel im Boden, die ihnen die Möglichkeit offenbart, via Energieschub schnell wachsen zu können. Eine Eigenschaft, die viele andere Pflanzen nicht besitzen und darauf angewiesen sind, dass die Temperaturen steigen und Sonnenlicht wie Wasser und somit genügend erreichbare Nährstoffe ihr Wachstum fördern.

Auch für Bienen und Hummeln stellen Frühblüher eine wichtige Option zum Sammeln von Nektar dar

Wenn Frühblüher nicht mehr weiter wachsen, sind sie jedoch noch lange nicht gestorben. Zwar können sie verfallen oder abgefressen werden, doch die Zwiebel als ihre Basis existiert im Boden weiter. Sie sorgt im nächsten Winter wieder dafür, dass nach diesem erneut ein Wachstumsprozess eingeleitet werden kann und die Frühblüher an die Oberfläche drängen. Ein solcher Kreislauf ist extrem wichtig und unterstützt zahlreiche Tierarten, die ohne diese Frühblüher keine Nahrung fänden. Ihre wichtigste Eigenschaft ist nicht nur das frühe Wachsen, sondern auch das frühe Blühen. Anders als die Blüte der meisten Pflanzen, die sich erst im Frühsommer zeigt, erscheint diese bei Frühlingsgeophyten eher. Hummeln und Bienen können hier jetzt schon ihren wichtigen Nektar sammeln, auf den sie andernfalls noch einige Monate warten müssten.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 4. Mai 2022 von Anatoli Bauer

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