Skip to content
Home » Physik Lernmaterial » Warum sind Haare elektrisch? – Aufklärung

Warum sind Haare elektrisch? – Aufklärung

Warum sind Haare elektrisch

Im Winter mal eben schnell den Wollpullover über den Kopf gezogen oder die Haare mit einer Bürste gekämmt. Und plötzlich stehen einem im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge. Das Phänomen der „fliegenden Haare“ ist altbekannt. Doch wie kommt es überhaupt dazu?

Im Winter mal eben schnell den Wollpullover über den Kopf gezogen oder die Haare mit einer Bürste gekämmt. Und plötzlich stehen einem im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge. Das Phänomen der „fliegenden Haare“ ist altbekannt. Doch wie kommt es überhaupt dazu?

Die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten hinter elektrisch aufgeladenen Haaren

Alles in unserem Leben, jeder Körper, jede Materie, besteht aus Atomen, die wiederum aus Protonen und Elektronen zusammengesetzt sind. Protonen sind positiv geladene Elementarteilchen und Elektronen ihr Gegenspieler, also negativ geladene Teilchen. Ein Körper, der genauso viele Protonen wie Elektronen besitzt, ist nach außen hin „elektrisch neutral“.

Bringt man beispielsweise zwei Substanzen in engen Kontakt miteinander und es kommt zur Reibung, können Ladungen von einer Substanz zur anderen übergehen. Prinzipiell möchte jeder Gegenstand elektrische Neutralität erlangen. Ist ein Körper positiv geladen, hat also einen Elektronenmangel, strebt dieser danach Elektronen aufzunehmen. Ein Körper, der hingegen einen Elektronenüberschuss hat, also negativ geladen ist, gibt lieber Elektronen ab.
Aus dem sogenannten coulombschen Gesetz geht hervor, dass sich ungleich geladene Teilchen anziehen und sich gleiche Ladungen abstoßen.

Wie werden Haare elektrisch aufgeladen?

Hervorgerufen werden elektrische Haare wie bereits erwähnt aufgrund von elektrostatischer Aufladung.
Haare sind ohne äußere Einflüsse elektrisch neutral. Beim Anziehen eines Strickpullovers oder das Auf- und Absetzen einer Mütze beispielsweise, sorgen die mechanischen Vorgänge für Reibung. Die Haare laden sich elektrisch auf, das Gleichgewicht zwischen Elektronen und Protonen wird gestört. Durch die Reibung gehen einige Elektronen von den Haaren auf den Reaktionspartner, in diesem Fall den Pullover oder die Mütze, über. Auf den Haaren selbst bleiben mehr Protonen zurück, sie sind nun positiv geladen. Aufgrund der Tatsache, dass jedes einzelne Haar positiv geladen ist, stoßen diese sich wie Magnete ab. Die Strähnen können auf Haut oder Kleidung haften bleiben oder gar vom Kopf abstehen. Jedes Haar sucht den größtmöglichen Abstand zu seinem Nachbarn. Dieser wird vor allem dann erreicht, wenn die Haare so weit wie möglich von der Kopfhaut entfernt sind.

Ursachen der Intensität der Aufladung

Faktoren wie die Luftfeuchtigkeit und die Geschwindigkeit des Trennens zweier Substanzen entscheiden, wie stark die entstehende Ladung ist. Bei Luftfeuchtigkeit verschwindet die elektrostatische Aufladung normalerweise. Trockene Umstände verschlimmern die Aufladung hingegen. Ist entweder das Haar oder die Luft trocken, hat man mit elektrischen Haaren zu kämpfen. Daher kommt das Phänomen der elektrisch geladenen Haare häufig in den Wintermonaten zustande. Die niedrigen Temperaturen außerhalb und die warme, trockene Heizluft innerhalb von Gebäuden führen zu verstärkten trockenen Umständen. Es kommt zu mehr statischer Aufladung, da die feuchtigkeitsarme Luft elektrische Ladung schlechter ableitet.
Werden zwei Substanzen schnell voneinander getrennt, entstehen unterschiedliche Ladungen, da kein oder ein nur sehr geringer Rückfluss an Ionen stattfinden kann.

Nasse und auch fettige Haare laden sich kaum beziehungsweise gar nicht auf. Für den Fall, dass man allerdings nicht gerade mit klitschnassen Haaren das Haus verlassen möchte, gibt es glücklicherweise einige Tricks, um das Aufladen der Haare dennoch zu vermeiden.

Möglichkeiten zur Vorbeugung elektrisch aufgeladener Haare

  1. Feuchtigkeitsshampoo und Conditioner verwenden, diese versorgen das Haar mit Feuchtigkeit
  2. Anzahl an Haarwäschen reduzieren und heißes Wasser vermeiden, da sie das Haar austrocknen
  3. Verwendung einer Bürste aus natürlichen Materialien wie Holz oder Bambus, denn diese laden sich nicht elektrostatisch auf
  4. Vermeidung von synthetischen Kleidungsstücken, wie zum Beispiel Polyester und Nylon
  5. Hitze vermeiden, führt zur Austrocknung des Haares (wenn es nicht anders geht, verwenden Sie ein Hitzespray)
  6. Ionen-Föhn nutzen, verhindert die elektrostatische Aufladung der Haare und trocknet die Haare schneller (auch kalt föhnen ist eine Option)
  7. Haare leicht anfeuchten
  8. Auftragen eines anti-statischen Sprays (hat man solch eines nicht zur Hand, hilft auch Haarspray)

Hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.