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Wie lange wächst man als Frau/Mann? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Wie lange wächst man als Frau/Mann

Nie wieder wächst der Mensch schneller als im Mutterleib…

Den Startschuss für das menschliche Längen-, Breiten- und Größenwachstum markiert die Befruchtung der weiblichen Eizelle. Bereits ab diesem Zeitpunkt beginnt das Wachstum des werdenden menschlichen Organismus im Mutterleib.

Laut offizieller Definition der Weltgesundheitsorganisation ( WHO) ist der Terminus Wachstum an Prozesse von Zellvermehrung und Zellvergrößerung gekoppelt. Gemäß medizinischer Expertise vollzieht sich im Bauch der Mutter in spe das vergleichsweise rasanteste menschliche Wachstum des werdenden Menschen. Demnach entwickelt sich im Zuge von jeweils 40 Schwangerschaftswochen auf Basis einer befruchteten Eizelle ein durchschnittlich 46 bis 55 cm großer Mensch. Verantwortlich für das Wachstum im Rahmen der Schwangerschaft und die damit einhergehende embryologische Entwicklung sind biodynamische Stoffwechselfelder in Kombination mit Zug– und Druckmechanismen.

Das Wachstum von Säuglingen vollzieht sich relativ schnell. Folglich wachsen Mädchen während ihres ersten Lebensjahres im Schnitt 24,5 cm, wohingegen männliche Säuglinge ein durchschnittliches Wachstum in Höhe von rund 25,5 cm innerhalb eines identischen Zeitfensters erkennen lassen. Im Rahmen der Kindheitsphase ebbt die natürliche Wachstumsgeschwindigkeit des menschlichen Gesamtorganismus generell ab. In der Phase der Pubertät erfolgt aufgrund der Einflussnahme von körpereigenen Sexualhormonen der letzte Wachstumsschub, der fließend in einen Wachstumsstillstand des Längenwachstums mündet. Jugendendokrinologen zufolge bewegt sich das individuelle Längenwachstum von Mädchen im Anschluss an die erste Regelblutung im Schnitt zwischen je 4 und 5 cm.

Persönlicher Gesundheitszustand beeinflusst unmittelbar die Größenentwicklung eines Menschen

Grundsätzlich ist das menschliche Wachstum als fortwährender Prozess zu verstehen, der seinen Anfang im Nachgang der jeweils ersten Stunde nach der Befruchtung innehat. Das Ende des natürlichen Wachstumsprozesses mitsamt spezieller Wachstumsphasen markiert pauschal der Eintritt in das 18. Lebensjahr. Da Kinder aufgrund einer verbesserten Ernährungssituation zunehmend schneller in die Pubertät eintreten, erreichen Jugendliche ihre Körperendlänge zunehmend früher. Wissenschaftliche Studien stützen die These, dass das “ well being“ bzw. der perfekte Gesundheitszustand einer Person direkten Einfluss auf die Größenentwicklung eines Menschen ausübt.

Gemäß dieser These forcieren psychischer und emotionaler Stress potentielle Wachstumsstörungen. Wer als Kind körperlichen oder sexuellen Missbrauch erfahren hat, leidet im Normalfall im Anschluss unter ausgeprägtem emotionalen Stress, der das kindliche Wachstum negativ beeinflusst. Zudem bestimmt die genetische Veranlagung inklusive der Wachstumshormone ( WH) und der insulinähnlichen Wachstumsfaktoren IGF- I sowie IGF-II das Längenwachstum. Studien nähren ergänzend die Ansicht, dass eine qualitativ hochwertige Nahrungszufuhr im Rahmen der pränatalen und frühkindlichen Phase die Expression wachstumsrelevanter Gene beeinflusst. Im Sinne dieser These entscheidet die Qualität der Nahrung innerhalb der pränatalen und frühkindlichen Phase direkt über epigenetische Prozesse, die das Körperwachstum regulieren.

Mannigfaltige Ursachen lösen Wachstums- und Entwicklungsstörungen aus

Ein subnormales Körperwachstum bzw. eine Abweichung von der Norm ist vereinzelt auf organische Erkrankungen oder ausgeprägten emotionalen Stress zurückzuführen. Entsprechend begünstigen eine etwaige Asthmaerkrankung, traumatische Erlebnisse, Herzerkrankungen wie etwa Herzinsuffizienz oder Muskoviszidose ebenso Entwicklungs- und Wachstumsstörungen wie Fehl- und Mangelernährung. Zusätzlich existieren hormonelle Ursachen, die beispielsweise Kleinwuchs fördern.

Exemplarische Beispiele hierfür sind das Ullrich Turner- Syndrom, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Rachitis sowie das Cushing- Syndrom. Ein eventueller Mangel an körpereigenen Wachstumshormonen triggert ebenfalls Wachstumsstörungen.
Hochwuchs ist ebenso als möglicher Indikator für etwaige Begleiterkrankungen zu verstehen. Demnach ist das Marfan- Syndrom häufig an Hochwuchs gebunden. Fehlbildungen im Bereich des Herz- Kreislaufsystems sind als diesbezüglich klinische Merkmale des Krankheitsbildes zu klassifizieren, das unerkannt lebensbedrohliche Komplikationen fördert.

Vitamin D- Mangel und häufiger Cannabiskonsum in der Pubertät forcieren potentiell Wachstumsstörungen

Studien aus den USA belegen zudem, dass ein eventueller Vitamin DMangel im Zuge der Pubertät das Körperwachstum hemmt, die Gewichtszunahme begünstigt und die Entstehung von gesundheitsschädlichem Viszeralfett sowie einem hohen BMI forciert. Forscher analysierten im Rahmen ihrer Studie die dynamischen Wechselwirkungen zwischen körpereigenen Vitamin D- Status und Körperwachstum. Heranwachsende mit einem niedrigen Vitamin D- Spiegel im Blutserum sind demzufolge in der Regel kleiner gewachsen als Gleichaltrige, weisen einen hohen Body- Mass- Index und konzentriertes Bauchfett auf. Da die Vorstufen des Vitamins in Nahrungsmitteln wie Lachs, Thunfisch, Vollkornprodukten, Spinat, Pilzen, Milchprodukten und Eiern gelöst sind, steuert der regelmäßige Verzehr entsprechender Produkte zielgerichtet einem etwaigen Vitamin D- Defizit entgegen. Aufenthalte im Freien bzw. das in diesem Rahmen aufgenommene Sonnenlicht unterstützen den menschlichen Organismus bei der Umwandlung der aus der Nahrung gelösten Vitamin D- Vorstufen zu Vitamin D.

Laut wissenschaftlicher Expertise beeinträchtigt der Cannabiskonsum während der Jugend potentiell das Körperwachstum von Jugendlichen. Laut einer Studie, die Wissenschaftler 2015 anlässlich des in Dublin stattfindenden European Congress of Endocrinology publizierten, wirbelt der überdurchschnittliche Konsum von Cannabis den körpereigenen Hormonhaushalt durcheinander und begünstigt einen vergleichsweise früheren Eintritt in die Pubertät und beendet demnach das Körperwachstum früher als im Normalfall.

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