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Hyäne als Haustier halten – geht das? – Aufklärung

Hyäne als Haustier halten - geht das

Eine Hyäne als Haustier zu halten ist in Hessen und Berlin verboten. In allen anderen Bundesländern wird dazu eine spezielle Haltungsgenehmigung benötigt, die mit strengen, gesetzlichen Mindestanforderungen verbunden ist. Es gelten die Haltungsbestimmungen für Zootiere, die bei Privatleuten oftmals schwer umzusetzen sind.

Die Tüpfelhyäne stammt aus Afrika. Dort lebt sie in großen Gruppen von bis zu 130 Tieren, die von den Weibchen dominiert werden. Sie ernähren sich von selbst gerissenen Wirbeltieren, Aas oder auch von den Rissen diverser anderer Raubtiere wie zum Beispiel Löwen.
Eine ausgewachsene Hyäne kann eine Schulterhöhe von 77 – 81 cm erreichen und bis zu 86 Kilogramm wiegen. Die Jungtiere werden ein Jahr lang von der Mutter gesäugt und in Gemeinschaftsbauten großgezogen.
In Afrika kommt es hin und wieder vor, dass eine Hyäne als Haustier gehalten wird bzw. als Touristenattraktion. Diese Tiere wurden meistens unter brutalen Bedingungen dressiert, sind häufig mit diversen Substanzen ruhiggestellt und tragen die meiste Zeit einen Maulkorb, denn ausgewachsene Hyänen können problemlos Knochen durchbeißen. Allerdings verhindert der Maulkorb unter anderem, dass das Tier sich richtig pflegen kann und erzeugt bei der Hyäne großen Stress. Es kommt außerdem zu einem erhöhten Parasitenbefall, durch den das Tier sich viele Krankheiten zuziehen kann.

Haltungsanforderungen in Deutschland

Eine Hyäne als Haustier zu halten ist in Hessen und Berlin verboten. In allen anderen Bundesländern wird dazu eine spezielle Haltungsgenehmigung benötigt, die mit strengen, gesetzlichen Mindestanforderungen verbunden ist. Es gelten die Haltungsbestimmungen für Zootiere, die bei Privatleuten oftmals schwer umzusetzen sind.

Beim Gehegebau ist zum Beispiel das kräftige Gebiss der Tiere zu berücksichtigen. Außerdem muss die Möglichkeit zum Graben von Erdhöhlen gegeben sein.
Das Außengehege muss für eine Hyäne mindestens 150m² groß sein, für jedes weitere Tier sind 20m² zusätzlich hinzuzufügen. Zusätzlich wird ein Stall, in dem mindestens 15 Grad herrschen von 4m² pro Tier mit Schlafhöhle benötigt.
Naturboden eignet sich als Untergrund. Gerne kann ein Badebecken für die Tüpfelhyäne zur Verfügung gestellt werden. Diese Tiere lieben Wasser.
Das Gehege ist durch einen Zaun zu sichern, der unbedingt vor Unterwühlung geschützt werden muss.
Gruppenhaltung ist bei Hyänen schwierig, obwohl sie sich in der Natur zu großen Verbänden zusammenschließen, denn es kommt häufig zu Beißereien, bei denen die Tiere sich verletzen. Eine permanente Beaufsichtigung oder eine getrennte Unterbringung sind dann erforderlich.
Als Futter eignet sich Fleisch mit Knochen. Eine ausgewachsene Hyäne verzehrt 1,5 bis 3,8 Kilogramm Fleisch pro Tag.

Hyäne als Haustier- Empfehlenswert?

Eine Hyäne mag ein imposanter Anblick sein. Sie ist jedoch nicht zähmbar. Allein die Tatsache, dass die Hyäne permanent in einem Gehege gehalten werden muss, statt wie in der Natur ein Territorium von 20km² zu durchstreifen, zeigt an, dass die Haltung als Haustier alles andere als Artgerecht ist.

Eine Hyäne kann Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h erreichen und sollte dafür auch die Gelegenheit bekommen. Ein Spaziergang mit einer Hyäne ist für das Tier pure Quälerei. Es wird eine stabile Kette benötigt und auch ein Maulkorb. Zudem ist eine gesunde Hyäne recht kräftig und könnte sich einfach losreißen.

Mit voranschreitender Geschlechtsreife wird die Hyäne zunehmend aggressiver und wird versuchen, sich ihren Platz im Rudel zu erkämpfen, wenn sie im Haus gehalten wird. Sie kann kräftiger zubeißen als ein Wolf und wird das aufgrund von Stress und Langeweile auch an Menschen, anderen Haustieren und Mobiliar ausleben.

Besonders eine hungrige Hyäne ist hochgradig aggressiv. Bricht ein solches Tier aus seinem Gehege aus, besteht für die Umwelt aber auch für das Tier selbst größte Gefahr.
Da die Hyäne während der Haltung in Gefangenschaft keinerlei Chance hatte, ihre natürlichen Instinkte zu trainieren und jagen zu erlernen, weisen die meisten dieser Tiere schwere Verhaltensstörungen auf, die eine Unterbringung in einem Zoo schwierig machen. Auch eine Rückführung mit anschließender Auswilderung käme einem Todesurteil gleich. Für viele dieser falsch gehaltenen Exoten bleibt nur das Einschläfern als Ultima Ratio.
Somit ist dringend davon abzuraten, eine Hyäne als Haustier zu halten.

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