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Warum sind Faultiere so langsam? – Aufklärung

Warum sind Faultiere so langsam

„Du bist so langsam wie ein Faultier“. Ein Spruch, den wohl jeder schon einmal im Leben gehört hat. Dabei hat das Faultier seinen Namen scheinbar zu Recht verdient. Die meiste Zeit bewegt es sich nämlich überhaupt nicht und wenn doch, dann lässt es sich in seiner Ruhe nicht stören und macht nur sehr gemütliche Bewegungen. In Gefahrensituationen schafft es maximal 1,9 km/h. Zum Vergleich, eine Ameise legt etwa 3,1 km/h zurück. Doch welche Hintergründe haben solch langsame Bewegungen?

„Du bist so langsam wie ein Faultier“. Ein Spruch, den wohl jeder schon einmal im Leben gehört hat. Dabei hat das Faultier seinen Namen scheinbar zu Recht verdient. Die meiste Zeit bewegt es sich nämlich überhaupt nicht und wenn doch, dann lässt es sich in seiner Ruhe nicht stören und macht nur sehr gemütliche Bewegungen. In Gefahrensituationen schafft es maximal 1,9 km/h. Zum Vergleich, eine Ameise legt etwa 3,1 km/h zurück. Doch welche Hintergründe haben solch langsame Bewegungen?

Allgemeine Informationen

Heutzutage unterscheidet man Faultiere anhand ihrer Krallen. Es gibt zwei Gattungen: die Zweifinger- und Dreifingerfaultiere. Das Zweifingerfaultier besitzt zwei Krallen an den Vorderfüßen und das Dreifingerfaultier drei Krallen. An den Hinterbeinen besitzen beide Arten jeweils drei Krallen.

Faultiere werden in der Wildnis etwa 25-40 Jahre alt und verbringen nahezu ihr gesamtes Leben kopfüber in den Baumkronen der tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Sie besitzen bis zu zehn Zentimeter lange, gebogene Krallen, mit denen sie sich an Äste hängen. Ganz gleich, ob sie essen, schlafen oder sich paaren. All das machen sie im hängenden Zustand. Sogar wenn sie sterben, verbleiben sie am Baum. Da ihre Beine und Arme nicht auf das Laufen ausgelegt sind, können sie sich nur mithilfe ihrer Krallen vorwärts ziehen.

Innere Organe wie Magen und Leber sind bei Faultieren anders platziert, damit diese nicht auf die Lunge drücken, wenn sie am Baum hängen. Um ein besseres Ablaufen des Regenwassers zu gewährleisten, verläuft der Scheitel ihres Felles am Bauch entlang.

Ökonomische Aspekte

Der Hauptgrund der Bequemlichkeit eines Faultieres ist ihr ökonomischer Organismus. Im Vergleich zu anderen Säugetieren sind ihr Stoffwechsel und ihre Körperfunktionen stark verlangsamt. Allein die Muskelkontraktionen laufen drei- bis sechsmal langsamer ab als zum Beispiel bei einer gewöhnlichen Hauskatze. Das Ergebnis sind langsame Bewegungen und lange Ruhephasen von bis zu 20 Stunden.

Auch wegen ihrer Körpertemperatur kommen sie schlecht in Schwung. Diese liegt bei rund 33 Grad Celsius, nachts sinkt sie sogar auf 24 Grad Celsius ab. Daher sind sie tagsüber öfter in der Sonne zu finden.

Auch aufgrund ihrer Ernährungsweise, die hauptsächlich Blätter, Blüten und je nach Art manchmal auch Früchte beinhaltet, können sie schon von Hause aus weniger Energie aufbringen als andere Tiere. Sie müssen daher permanent im Energiesparmodus leben. Praktischerweise wächst ihre Nahrung in ausreichender Menge direkt um sie herum, ihnen wortwörtlich ins Maul, wodurch sie nicht auf die Suche gehen müssen.

Einzigartig an Faultieren ist zudem, dass sie zusätzliche Halswirbel haben. Dadurch können sie problemlos ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen, um ohne großen Aufwand, auch Blätter hinter ihnen zu erreichen.

Pflanzliche Kost führt zu einer sehr langen Verdauungszeit, weshalb Faultiere nur einmal in der Woche ihre Bäume verlassen müssen, um ihr Geschäft zu verrichten. Da sie wollen, dass Motten ihre Eier in ihren Kot legen, lassen sie ihr Geschäft nicht einfach vom Baum fallen und setzen sich weiteren Fressfeinden aus.
Der Kot dient den Larven als Nahrungsquelle, die wiederum für die Faultiere gewinnbringend sind. Als Zusatznahrung, um wichtige Ergänzungsstoffe zu erhalten, fressen Faultiere nämlich, die in ihrem Fell angesiedelten Insekten wie beispielsweise Motten. Aber auch Algen, die außerdem zu einer guten Tarnung beitragen.

Körperliche Ausbildung

Sowohl Augen als auch Gehör sind weniger gut ausgebildet, daher sind schnelle Bewegungen wegen der eigenen Verletzungsgefahr, aber auch wegen ihrer Feinde, die sie schwer erkennen können, weniger praktisch. Sie müssen sich hauptsächlich auf ihren Geruchs- und Tastsinn verlassen.

Vorteil in ihrer natürlichen Umgebung

Die seltenen, langsamen und unauffälligen Bewegungen haben neben den ökonomischen und körperlichen Motiven den Vorteil, dass sie besser vor ihren Fressfeinden, wie zum Beispiel Greifvögeln, geschützt sind, da sie weniger auffallen.

Feinde vor denen die Faultiere machtlos sind, sind die Menschen. Die immensen Rodungen der Regenwälder zerstören Unmengen an Lebensraum. So schnell wie ihr Lebensraum schwindet, können sie nicht weglaufen.

In manchen Regionen Südamerikas werden sie sogar gejagt, um ihr Fleisch zu verarbeiten.
Auch der illegale Handel ist des Öfteren vertreten. In der Natur gefangene Tiere werden oftmals als Haustiere zum Verkauf oder den Touristen zum Fotografieren angeboten.

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