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Warum sind Tomaten rot? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Schon in wenigen Wochen wird es wieder so weit sein und aus vielen Gemüsegärten sieht man die prallen und reifen roten Früchte an den Tomatenstauden hängen. Die schmackhafte Frucht lädt auch durch ihr leuchtendes Rot geradezu dazu ein, dass man in sie hineinbeißt und und den saftig-süßen Geschmack genießt.

Ein Reifeprozess

Doch wie erhalten die Tomaten eigentlich ihre Farbe? Die Wandlung von der grünen hin zur roten Tomate wird durch verschiedene Faktoren befeuert. Zum einen gibt es hier das Reifegas Ethylen, das den Reifeprozess beschleunigt. Es ist daher auch ein alter Gärtnertrick, im Gewächshaus neben den Tomaten Äpfel oder Bananen aufzuhängen. Sie produzieren selbst auch sehr viel Ethylen und können die Tomaten bei ihrem Reifeprozess unterstützen. Durch das Gas ist die Tomate in der Lage, Chlorophyll abzubauen und stattdessen den für die rote Farbe ausschlaggebenden Farbstoff Lycopin zu produzieren.

Was ist Lycopin?

Lycopin ist ein Cartinoid. Also ein Farbstoff, der für die Färbung vieler Obst- und Gemüsesorten zuständig ist. Man kennt den Farbstoff zum Beispiel auch von Paprika oder Karotten. Insgesamt ist gibt es über achthundert Cartinoide. Das Cartinoid der Tomate ist das sogenannte Beta-Carotin, auch Provitamin A genannt. Lycopin entsteht aus Bakterien und ist sehr gesund. Es zählt zu den Antioxidantien und kann daher freie Radikale einfangen. Das Beste daran ist aber, dass Lycopin seine Wirkung sogar dann behält, wenn die Tomaten gekocht oder verarbeitet wurden.

Tomaten sind sehr gesund

Neben dem Beta-Carotin enthält die Tomate sehr viele weitere Vitamine und Mineralstoffe. Unter anderen stechen vor allem die hohen Anteile an Vitamin C und Folsäure heraus. Das macht sie nicht nur zu einem schmackhaften, sondern auch zu einem gesunden Nahrungsmittel, das mit 18 Kilokalorien auf 100g auch noch ein echter Schlankmacher ist.

Welchen Vorteil hat die rote Farbe der Tomate?

Das Rot der Tomaten soll vor allem Insekten anlocken. Die Insekten werden aber nicht zur Bestäubung benötigt, denn die Frucht ist ja in diesem Stadium schon fertig. Tomaten bestäuben sich vielmehr selbst. Die Pollen fallen direkt auf die Narbe der Blüte, dazu reicht schon ein kleiner Luftzug aus. Aber die Insekten fressen die Tomate und durch ihre Ausscheidungen tragen sie die unverdauten Samen weiter, so dass die Tomate sich verbreiten kann.

Ein weiterer Vorteil der roten Farbe ist für Tiere und Menschen das Signal, dass die Frucht nun reif ist und somit gegessen werden darf. Grüne Früchte enthalten nämlich die chemische Verbindung Solanin, die zu Vergiftungen führen kann. Somit schützt die Tomate durch ihre Färbung vor negativen Nebenwirkungen.

Wie lange dauert es, bis die Frucht rot ist?

Insgesamt dauert es vom Aussäen der Samen bis hin zur fertigen und roten Tomate etwa acht bis neun Wochen. Manche Sorten können auch bis zu zwölf Wochen brauchen. Das kommt vor allem auf die Tomatensorte an. Als Faustregel gilt: je größer die Tomate, desto länger ist ihr Reifeprozess.

Aber natürlich kommt es auch auf die äußeren Bedingungen an. Zur Reifung benötigt die Tomate viel Energie in Form von Wärme. Dazu muss nicht unbedingt die Sonne scheinen, es sollte jedoch eine möglichst gleichmäßige Wärme herrschen. Schlecht ist auch zu viel Wind, da er das Ethylengas verflüchtigt. Und ab dreißig Grad stellt die Tomate ihre Lycopin-Produktion wieder ein, da es zu warm ist.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Beschaffenheit des Bodens. Die Tomate liebt humus- und nährstoffreichen Boden. Außerdem muss sie ausreichend bewässert werden, allerdings lässt zu viel Wasser die Früchte wiederum faulen und aufplatzen. Es ist also schon eine Herausforderung, der Tomate alle Anforderungen zu erfüllen, damit sie ihren Reifeprozess von Grün zu Rot optimal durchführen kann.

Woher kommt die Tomate?

Die besten Bedingungen erhielt die Tomate in ihrer ursprünglichen Heimat in Mittel- und Südamerika. Sogar schon die Mayas und die Azteken nutzten sie als Speise- und Heilpflanze, bis sie schließlich von Christoph Kolumbus auch nach Europa gebracht wurde. Es existieren weltweit über 10.000 Tomatensorten.

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