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Warum sind Wale Säugetiere? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Sie leben in den endlosen Weiten der Weltmeere, schwimmen mit bis zu 55 Kilometern die Stunde (den Rekord hält ein jagender Schwertwal) und tauchen bis zu drei Kilometer tief in die dunkelsten Bereiche des Ozeans: Wale. Doch im Gegensatz zu den Fischen, die ebenfalls ihr ganzes Leben im Wasser verbringen, zählen die Wale wie wir Menschen zu den Säugetieren. Warum das so ist und in welchen Details sich Fische und Wale unterscheiden, erklären wir in diesem Artikel.

Gute Schwimmer und effiziente Taucher

Wenn es um das Schwimmen und Tauchen geht, müssen sich die Wale nicht vor den Fischen verstecken. Der Pottwal hält beispielsweise den Tauchrekord aller Säugetiere: Bis zu drei Kilometer tauchen die Tiere, wenn sie ihre Nahrung – gigantische Kalmare, welche in der Tiefsee leben – jagen. Doch anders als ein Fisch muss der Pottwal nach jedem Tauchgang wieder an die Oberfläche und Luft holen. Zwar kann er über zwei Stunden die Luft anhalten – im Gegensatz zu einem Fisch kann er den Sauerstoff jedoch nicht über Kiemen direkt aus dem Wasser gewinnen.

Nicht alle Wale können so tief und so lange tauchen wie der Pottwal. Ihnen allen gemein ist jedoch, dass sie zum Luftholen regelmäßig an die Oberfläche müssen – sogar, wenn sie schlafen. Im Gegensatz zu vielen an Land lebenden Säugetieren atmen die Wale nicht über eine Nase, welche sich in ihrem Gesicht befindet. Die großen Säuger holen sich den lebenswichtigen Sauerstoff über eine Atemöffnung auf ihrem Rücken. So können sie auch nach Luft schnappen, wenn nur ein Teil ihres Körpers aus dem Wasser schaut.

Wirbelsäule und Körpertemperatur

Zwei weitere Merkmale, welche Wale als Säugetiere auszeichnen, sind das Vorhandensein einer Wirbelsäule und eine gleichbleibende Körpertemperatur. Letztere können die Wale mit Hilfe ihrer Fettschicht – dem sogenannten Blubber – und einer besonders dicken Haut halten. Der Blauwal besitzt beispielsweise eine schützende und wärmende Hautschicht von bis zu einem halben Meter Dicke. Das Vorhandensein einer Wirbelsäule zeichnet sie ebenfalls als Säugetiere aus. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das allerdings nicht: Auch Reptilien, Vögel und Amphibien haben eine Wirbelsäule. Sie alle zählen zur Gruppe der sogenannten Wirbeltiere. Sogar Fische haben ihren Platz in dieser Tiergruppe gefunden und sind somit zumindest entfernt mit den Walen verwandt.

Das wichtigste Merkmal: die Muttermilch

Das wohl wichtigste Merkmal, welches Wale von den Fischen unterscheidet und sie endgültig in das Reich der Säugetiere befördert, stellt jedoch die Pflege ihrer Jungtiere dar. Beinahe alle Säugetiere – bis auf wenige skurrile Ausnahmen wie das australische Schnabeltier – bringen lebende Jungtiere zur Welt. Diese werden anschließend von den Muttertieren mit Milch versorgt: Sie werden gesäugt.

Die Geburt unter Wasser unterscheidet sich dabei kaum von der Geburt bei Landsäugetieren. Die kleinen Wale müssen allerdings schnell an die Oberfläche und dort ihren ersten Atemzug nehmen.

Damit die Jungwale zu ebenso stattlichen Tieren wie ihre Eltern heranwachsen können, muss die Muttermilch eine echte Nährstoffbombe und reichlich vorhanden sein. Ein Blauwal-Baby trinkt beispielsweise täglich bis zu 250 Liter und die Milch seiner Mutter ist so fettig und nährstoffreich, dass es jeden Tag um die 90 Kilogramm an Gewicht zulegt.

Die größten Säugetiere der Welt

Wale sind also ganz eindeutig Säugetiere. Und nicht nur das: Ihre stattliche Größe macht sie gleichzeitig zu den größten Säugetieren der Welt. Der Blauwal, welcher durchschnittlich bis zu 26 Meter lang wird, übertrifft damit jeden Elefanten um ein Vielfaches. Unter den „sanften Riesen“ gibt es jedoch auch echte Zwerge. Die kleinsten Wale erreichen gerade einmal Längen von circa 1,5 Metern.

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